Zusatzstoffe in unseren Lebensmitteln

Zusatzstoffe in unseren Lebensmitteln

Weit über 300 Zusatzstoffe dürfen in Deutschland den Lebensmitteln hinzugegeben werden und mit der europäischen Vereinigung kommen eine ganze Reihe weiterer Zusätze hinzu. Pro Jahr werden allein in Westeuropa über 10.000 Produkte neu auf den Markt geworfen. Obst und Gemüse, Kartoffeln und Fleisch, Getreide und Milch werden mit großem Aufwand, sei es chemischer oder physikalischer Natur, zerlegt, umgeformt und abgeändert, um dann aus den extrahierten Teilen wieder ein neues, verbraucher-freundliches Produkt zu schaffen. Je komplizierter unsere Nahrungsmittel verarbeitet werden, desto geringer ist in der Regel ihr Gehalt an gesunderhaltenden Stoffen und desto mehr muß nachträglich wieder "aufgewertet" werden. Nur wer weiß, was sich hinter den Begriffen wie Nahrungsmittel-Designer oder Nahrungsmittel-Technologie verbirgt, kann sich weitgehend davon distanzieren und kommt damit seiner Gesundheit wieder ein Stück näher.

Deshalb möchten wir Licht in das Dunkel der E-Nummern bringen und Ihnen helfen, einen gute Auswahl bei Ihren Einkäufen und Gaumengenüssen zu treffen. Übrigens: Die Informationen entsprechen dem derzeitigen Stand der Wissenschaft. Neueste zugelassene E-Nummern sind mit bearbeitet worden.

Die Zutatenliste auf den Lebensmittelverpackungen haben die Aufgabe, den Verbraucher über die Zusammensetzung des Produkts zu informieren. Die Aufzählung der Zutaten auf den Lebensmitteln geschieht grundsätzlich in absteigender Reihenfolge ihres Gewicht-anteils!. Steht z.B. auf einem Getränk: Zucker, Wasser, Kakaopulver, Emulgatoren, und naturidentische Aromastoffe, so ist klar, das Zucker der Hauptbestandteil dieses kalorienreichen Getränkes ist. Diese Angaben verschaffen also einen ersten Überblick, wie es um die Qualität dieses Nahrungsmittels bestellt ist.

Ausnahmeregeln: Lose Waren, welche im Geschäft selbst verpackt werden, sind von der Kennzeichnungspflicht leider ausgeschlossen. Auch bei Getränken über 1,2% Alkohol entfällt die Deklarierungspflicht. Gleiches gilt für Verpackungen unter 10cm²; demzufolge muß die Annahme "klein, aber fein" nicht immer stimmen.
 

Farbstoffe (50 Stoffe)

Als erstes wenden wir uns nun der Nahrungs-Kosmetik zu. Farbstoffe sind für die "Verschönerung" des Lebensmittels zuständig, weil sie für ein "appetitanregendes" und "verkaufsförderndes" Aussehen sorgen. Häufig lassen sie so eine bessere Qualität vermuten, als tatsächlich vorhanden. Zudem besteht bei vielen Farbstoffen eine nicht geringe, gesundheitliche Gefahr. Zahlreiche Farbstoffe, insbesondere die Gruppe der Azo-Farbstoffe, können z.B. Allergien auslösen. Andere europäische Länder (Griechenland, Island, Norwegen) haben schon längst ein völliges Verbot dieser Farben durchgesetzt. In Deutschland ist die zugelassene Menge wie folgt definiert: "die Menge, die geeignet ist, einen Farbton zu erzielen, der der allgemeinen Verkehrsauffassung entspricht." Ein, vorsichtig ausgedrückt, makabrer Scherz!

Für die Industrie rechnet sich dieses Geschäft! Die Lebensmittelhersteller verwenden deshalb auch viel lieber synthetische Farbstoffe, obwohl ein Naturstoff den gleichen Farbeffekt erzielen würde; aber der natürliche Farbstoff ist "kostenungünstiger" als die synthetische Farbe. Leider sitzt der Verbraucher erneut einem Irrtum auf, wenn er nun glaubt, daß die natürlichen Farben bedeutend besser seien als die synthetisch hergestellten.

Sie wären es auch, wenn da nicht das Verfahren des Herauslösens der Farbe wäre. Dies geschieht mit den Lösungsmitteln Hexan und Leichtbenzin, wovon immer ein Rückstand im Endprodukt bleibt. Die deutschen Nahrungsmittelhersteller mischen jährlich rund 300 Tonnen synthetischer Farbstoffe in ihre Produkte. Und dies hat leider eine beträchtliche Wirkung auf die Gesundheit unserer Kinder! Dr. Feingold (amerik. Kinderarzt) bringt z.B. die krankhafte Überaktivität der Kleinen mit den synthetischen Zusätzen in der Nahrung in Zusammenhang.
 

Konservierungsstoffe (43 Stoffe)

Sie verlängern die Haltbarkeit der Lebensmittel. So können sich gesundheitsgefährdende Keime, z.B. Botulinum-Bakterien im Schinken oder in der Wurst, nicht vermehren. Konservierungsstoffe helfen dabei, daß leicht verderbliche Waren auf den weiten Strecken von den Produktionsstätten bis zu den entlegensten Winkeln der europäischen Gemeinschaft noch frisch wirken. Diese herstellerfreundliche Gesetzgebung führt häufig zu einem überhöhten und unnötigen Verbrauch an Konservierungsstoffen, insbesondere bei der Herstellung von Fertiggerichten, die immer mehr die Regale und leider auch die Einkaufskörbe der Verbraucher füllen.

Essen zubereiten muß in unserer schnellebigen Zeit mit möglichst wenig Zeit- und Arbeitsaufwand vonstatten gehen. Wer jedoch Wert auf gutes, gesundes Essen legt und sich soweit wie möglich mit naturbelassenen Lebensmitteln ernähren möchte, geht damit auch der bunten Palette der zahlreichen Zusatzstoffe aus dem Weg.

Aber auch hier sind ein paar Dinge zu beachten, damit die gute Qualität der Lebensmittel erhalten bleibt. Wird frische Ware zu lange und unsachgemäß aufbewahrt, nimmt die biologische Wertigkeit immer mehr ab, bis alles schlichtweg verdorben und ungenießbar geworden ist. Die Ursachen dafür sind neben den bekannten äußeren Einflüssen hauptsächlich Mikroorganismen wie Bakterien und Pilze, die Schimmel und Fäulnis hervorrufen und durch Bildung von Toxinen für die Entstehung einiger schwerer Krankheiten verantwortlich sind. Einfachstes Mittel zur Vermeidung dieser Übel ist bewußtes Einkaufen, baldiger Verbrauch der Lebensmittel und eine beschränkte Vorratshaltung derselben mit sinnvollen Lagermethoden, wie Kühlschrank, kalter Vorratsraum oder Erdkeller im Garten.

Schon im Jahre 1900 wurde auf dem internationalen Hygienekongreß gefordert, die damals üblichen Konservierungsstoffe zu verbieten. Fluoride (heute wieder im Gespräch), Chlorate, Salicylate, Borsäure, Salzsäure, Formaldehyd und ähnliche Substanzen wurden viel zu oft in viel zu hohen Konzentrationen gebraucht. Das aber zeigte immer erst die Erfahrung am Menschen...

Eine gesetzliche Regelung kam erst viel später zustande. Die Zahl der bis dahin erlaubten Stoffe wurde eingeschränkt und neue kamen hinzu. Da bis heute in der Medizin der Satz: "Nach dem heutigen Stand der Wissenschaft ist erwiesen, daß..." immer noch Gültigkeit hat, wird der Mensch weiterhin als Versuchskaninchen der Industrie mißbraucht, denn bei der heutigen Belastung von Luft, Wasser und Boden ist ein jedes Stück mehr an Chemie eine Gefahr für Mensch und Tier. Wer Naturgesetze ständig mißachtet, dem wachsen die Probleme schneller über den Kopf, als er Möglichkeiten finden wird, den einmal begangenen Fehler wieder gut zu machen.
 

Säuerungsmittel und Säureregulatoren (60 Stoffe)

Sie halten einen bestimmten Säuregrad im Lebensmittel aufrecht und vermitteln einen sauren Geschmack. Darüberhinaus können sie auch gleichzeitig konservierend und geschmacksverstärkend wirken.
 

Geliermittel, Verdickungsmittel, Feuchthaltemittel (34 Stoffe)

Sie werden zum Binden von Flüssigkeiten in Lebensmitteln verwendet. Dabei verdicken bzw. verfestigen sie die Lebensmittel, halten sie feucht, beeinflussen das Schmelzverhalten (im Speiseeis) oder das Kaugefühl (Süßwaren). So enthalten einige Wurstsorten mit Hilfe von Gelier- und Verdickungsmitteln "schnittfest" gemachtes Wasser. Einige Stoffe haben die Eigenschaft, wichtige Mineralstoffe wie Calcium, Eisen, Mangan und Zink, zu binden. Schlimmstenfalls kann z.B. Eisenmangel entstehen, der eben nicht, wie oft behauptet wird, durch Einnahme von Eisenpräparaten behandelt werden kann. Die Verfechter dieser "Reduktionstheorien" verstehen den Menschen nur als lauter kleine Puzzlesteine, aber der Mensch ist nun einmal mehr als die Summe aller Einzelteile.
 

Emulgatoren (36 Stoffe)

Sie verbinden ursprünglich nicht miteinander vermischbare Stoffe, z.B. Fett und Wasser oder Eiweiß und Luft. Diese besondere Eigenschaft ist nur möglich durch die besondere molekulare Struktur. Jedes Molekül besitzt, vereinfacht ausgedrückt, eine wasser- und eine fettfreundliche Seite und ist deshalb in der Lage, Fett sowie auch Wasser, fest an sich zu binden. Der bekannteste natürliche Emulgator ist Lecithin. Er ist auch im Eigelb vorhanden, deshalb eignet er sich so gut zum Legieren von Suppen und Soßen. Weitere Emulgatoren werden aus Fettsäuren und deren Salzen hergestellt.

Fast nichts geht mehr ohne Emulgatoren in der "Lebensmittel"-Produktion:

  • Buttercreme, die mit Butter kaum noch etwas gemein hat, vergeht auf der Zunge,
  • Instantprodukte klumpen nicht mehr und lassen sich mühelos glattrühren,
  • Bratwürste bleiben beim Braten dick und rund und schwitzen kein Fett mehr aus,
  • Speiseeis bleibt selbst bei Temperaturschwankungen "in Form" und zerläuft nicht.

 

"Lebensmittel"-Produzenten nutzen Emulgatoren in "Light-Produkten", um anstelle von teurem Pflanzenfett schlichtweg Wasser einzulagern. Außerdem werden Emulgatoren eingesetzt, um mit möglichst wenig Fleisch viel Wurst zu machen. Da hierbei oft teures Fleisch durch Fett, Schwarten und Wasser ersetzt wird, muß die eigentliche Funktion des Fleischeiweißes von dem Emulgator übernommen werden. Notwendig ist ihr Einsatz für eine gute Wurst nicht - nur: er ist gewinnbringend!
 

Geschmacksverstärker (25 Stoffe)

Trotz intensiver Bemühungen der Nahrungsmittelindustrie ist es bis heute nahezu unmöglich, das Aroma einer reifen, frischen Frucht chemisch genau zu kopieren; schon allein deswegen, weil es ein außerordentlich komplexes Gemisch vieler Schmeck- und Riechstoffe darstellt, die sich von Sorte zu Sorte, von Anbauort zu Anbauort, von Frucht zu Frucht unterscheiden, und weil sich diese Komposition sofort nach der Ernte zu verändern beginnt. So bemüht man sich Chemikalien zu entwickeln, die dem natürlichen Aroma irgendwie ähnlich riechen oder die im günstigsten Fall den Hauptgeschmacksstoff des nachgeahmten Produktes darstellen. Diese Chemikalien sind alterungsbeständiger, billiger und technologisch einfacher zu handhaben als die empfindlichen Naturstoffe.

Typisches Merkmal solcher Produkte ist ihr immer absolut gleicher Geschmack, eine Uniformität! Die Nahrungsmittelindustrie versucht den Kunden langsam an die allzu künstlich schmeckenden Produkte zu gewöhnen, indem sie, wie der Mediziner sagt, einschleichend dosiert: Erst allmählich wird das Syntheseprodukt zugesetzt und im gleichen Maße auf Naturprodukte verzichtet, bis die Chemie schließlich völlig dominiert. Werden die aromatisierten Lebensmittel regelmäßig verzehrt, so gilt ihr Geschmack eines Tages als "natürlich". Gleichzeitig werden naturbelassene Lebensmittel als Abweichung des inzwischen Gewohnten empfunden und abgelehnt.

Dieser Prozeß ist schon weiter fortgeschritten, als es auf den ersten Blick scheint. Nicht nur in den USA kann man solche Fehlanpassungen beobachten, auch in unserem Lande findet sie beispielsweise bei der H-Milch statt. Nicht wenige Mitmenschen, vor allem Kinder, lehnen inzwischen frische, unbehandelte Milch mit dem Hinweis auf ihren seltsamen Geschmack ab. Damit sind sie aber einer wichtigen Entscheidungshilfe zur Beurteilung eines Grundnahrungsmittels verlustig gegangen.

Mit einiger Besorgnis beobachten wir diese Entwicklung auch bei der Säuglings- und Kindernahrung. Das entscheidende Problem moderner Säuglingskost liegt in ihrer geschmacksnivellierenden Wirkung. Früher bereiteten die Mütter den Brei jedesmal selber zu. Bei gleichem Rezept unterschieden sich die Gerichte dennoch von Tag zu Tag, je nach der Qualität der Rohstoffe, nach der Art der vorhandenen Zutaten oder den individuellen Eigenheiten der jeweiligen Zubereitung. So lernten die meisten von uns ihren Geschmack zu differenzieren. Heute greift man lieber zum pulverisierten Milchbrei und standardisierten Karottengläschen. So produziert die Nahrungsmittelindustrie den "Konsumenten der Zukunft", der nur noch bereit ist, die geschmacksgenormten Fertiggerichte zu vertilgen. Bereits die Mütter der Säuglinge kennen die Folgen dieser frühzeitigen Anpassung: Versuchen sie, lediglich die Marke zu wechseln, so müssen sie das Protestgeschrei ihres Sprößlings in Kauf nehmen, der sich möglicherweise weigert, auch nur geringfügige Geschmacksabweichungen zu akzeptieren. Dieser Effekt wird in der Tierernährung "Futterprägung" genannt. Die Nahrungsmittelindustrie weiß ihre Kunden, die beim nächsten Einkauf wieder zur selben Marke greifen sollen, zu erziehen!


Soll dieser Kurs geändert werden, müssen wir als Verbraucher tüchtig gegensteuern!
Sie alleine haben es in der Hand!
 


Hinweis:
Um Ihnen eine noch bessere Übersicht über die Zusatzstoffe in Lebensmitteln zu verschaffen,
haben wir eine optimale Einkaufshilfe für Sie erstellt.
Wer mag schon ein ganzes E-Nummern-Buch oder viele einzelne Blätter mit zum Einkaufen nehmen?

Deshalb haben wir eine laminierte E-Nummern-Karte im Checkkartenformat entwickelt,
die Sie bei Ihren Einkäufen unproblematisch in der Geldbörse mit sich führen können.
So sind Sie jederzeit bestens informiert.

Denken Sie an Ihre Gesundheit und die Ihrer Lieben!