Homöopathische Behandlung

Darmträgheit homöopathisch behandeln

Obstipation bedeutet erschwerte oder seltene Stuhlausscheidung als chronische funktionelle Störung, die nicht auf Stenosen, Entzündungen oder Medikamente zurückzuführen ist. Die Darmträgheit kann - je nach Ursachen - zu unterschiedlichen Symptomen führen. Allen Formen gemeinsam ist die zu geringe, seltene oder ganz ausbleibende Entleerung des Stuhls.
Bei der Obstipation wird der Stuhl zu langsam durch den Dickdarm transportiert, dabei wird ihm zuviel Wasser entzogen, so daß er verhärtet und die Schleimproduktion der Schleimhaut nicht mehr ausreicht.
Die chronische Obstipation stellt eine Gefahr für die Gesundheit dar. Die nicht rechtzeitig ausgeschiedenen Schlacken und Giftstoffe gelangen in den Körper. Kopfschmerzen und Hautunreinheiten können die Folge sein. Die Betroffenen fühlen sich manchmal auch innerlich verschmutzt.
Mit einer andauernden Obstipation sollte man sich nie abfinden oder sie nur mit Abführmitteln behandeln, denn im Laufe der Zeit werden vor allem die Schleimhaut und die Darmflora geschädigt, was im schlimmsten Fall zu einem Ileus oder zu Darmkrebs führen kann.

Homöopathische Behandlung

In der homöopathischen Konstitutionsbehandlung sind selbstverständlich alle homöopathischen Arzneien zu betrachten. Dies würde aber den Rahmen dieser Abhandlung sprengen. Somit werden hier nur einige wichtige Arzneimittel behandelt:

Alumina
Angezeigt bei Säuglingen nach unpassender Ernährung. Obstipation mit vergeblichem Drängen und starkem Drücken und Pressen. Der Stuhl ist hart, bröckelig und immer sehr wenig. Selbst weicher Stuhl wird nur unter Schwierigkeiten entleert. Oftmalssind die Patienten auch alte Menschen mit einem Mangel an Vitalität. Die Patienten haben eine gierigen Appetit. Stuhlabgang beim Wasserlassen kommt auch vor. Kälte und der Winter verschlimmert. Kartoffeln sind unverträglich.

Calcium carbonicum
Das Mittel paßt für phlegmatische und träge Patienten. Die Patienten sind leicht ermüdbar, haben eine Abneigung gegen Sport und Bewegung, sowie gegen Fleisch und gekochte Speisen. Der Stuhl ist anfangs hart, später pastenartig und dann flüssig. Die Patienten klagen nicht unbedingt über ihre Obstipation. Sie empfinden eine langanhaltende Verstopfung als völlig normal.

Graphites
Graphites paßt für depressive Patienten mit hyperthyreotem Habitus. Eine atonische Obstipation liegt vor. Der Kot besteht meistens aus großen, knotigen Stühlen mit fädigem Schleim. Die Patienten sind adipös und haben eine kalte und pastöse Haut mit Frostigkeit. Die hat ist trocken und es kommt zu Rhagaden an den Schleimhäuten. Kälte verschlechtert und Wärme verbessert.

Lycopodium
Cholerische und hypochondrische Patienten, die sich gerne über ihre Stuhlmodalitäten unterhalten. Die Patienten sind intelligent und geistig beweglich. Sie machen einen vorzeitig gealterten Eindruck. Der Oberkörper ist meist abgemagert, der Bauch häufig aufgegast. Die Patienten haben Heißhunger, leiden unter spastischen Obstipation mit starken Blähungen. Beim Stuhl haben sie immer das Gefühl einer unvollständigen Entleerung. Eine zeitliche Verschlimmerung findet sich gegen 16-20 Uhr.

Natrium muriaticum
In der Patientengeschichte findet sich eine Kummersituation bei reizbaren und gedrückten Menschen. Sie sind hager, anämisch und blaß. Sie zeigen eine Isolationstendenz, eine Schwäche um 11 Uhr, eine Trockenheit der Haut und der Schleimhäute. Der Stuhl ist sehr trocken und bröckelig. Anstrengungen wirken sehr schwächend.

Nux vomica
Erregbar und reizbare Patienten mit überwiegend sitzender Lebensweise. Mesnchen, die viele Stimulantien brauchen wie Alkohol, Nikotin, Koffein, gutes Essen. Patienten, die regelmäßig große Mengen von Abführmitteln nehmen. Es besteht ein Stuhldrang, aber der Stuhl geht nicht ab. Haben stets ein Völlegefühl.

Opium
Bei inaktivem Rektum, sehr selten Stuhldrang. Es sind Menschen, die lebhaft und reizbar sind, aber auch leicht erschreckbar. Im Abdomen herrscht völlige Ruhe und Atonie. Alles wird schlimmer durch Wärme und besser durch kalte Speisen und Getränke. Opium ist besonders angezeigt bei Bettlägerigkeitsobstipation.

Sepia
Depressive und ängstliche Stimmungslage mit großer Gleichgültigkeit. Mensunregelmäßigkeit und Anomalien im Regelablauf. Hypotonie, Pigmentveränderungen, venöse Insuffizienz, Hämorrhoiden und Senkungsbeschwerden. Kälte und die Mens verschlechtern das Befinden.